Fukushima-Mahnwache am Fr. 10.3.2017

Fukushima-Mahnwache am kommenden Freitag, 19:00 Uhr, Marienplatz Freising (10.3.2017)

In dieser Woche jährt sich die Katastrophe von Fukushima zum sechsten Mal. Und noch heute ist die Katastrophe weder beendet, noch ist ein Weg klar, wie sie beendet werden kann. Denn auch heute – sechs Jahre nach der Explosion – sickert hochradioaktiv verseuchtes Wasser aus der offenen Ruine des Reaktors ins Meer.

Bei jedem Regen gelangen in und um Fukushima mit dem Niederschlagswasser wieder und wieder radioaktive Partikel aus den stark verseuchten Gebieten in die bewohnten Gebiete. Jeden Tag nimmt das Regenwasser sie aus den unbewohnten (evakuierten) bergigen Gebieten mit in die bewohnten Täler. Jeden Tag werden diese Partikel in Form von Staub von den Bewohnern inhaliert und vom Körper in der Schilddrüse, im Knochen oder in der Lunge abgelagert. Dort strahlen sie dann ein Leben lang auf das benachbarte Gewebe und lösen u.U. Krebs aus. Ein Ende der radioaktiven Verseuchung ist nicht abzusehen!

Vor sechs Jahren wurden 4 der sechs Atomkraftwerke in Fukushima-Daiichi zerstört!

Danach wurden in Japan alle anderen 53 Atomkraftwerke vom Netz genommen. Vor zwei Jahren wurde das erste Atomkraftwerk gegen den massiven Protest der japanischen Bevölkerung wieder eingeschaltet. Angeblich soll es jetzt das sicherste Atomkraftwerk der Welt sein. Mittlerweile sind 3 Atomkraftwerke am Netz und 39 Atomkraftwerke haben den Status „Betriebsstillstand“. Die restlichen Atomkraftwerke wurden mittlerweile stillgelegt.

Auch in Deutschland wurden in den letzten sechs Jahren 9 der 17 Atomkraftwerke abgeschaltet. Die restlichen acht (davon noch drei bayerische) Atomkraftwerke laufen noch und sollen erst bis Ende 2022 abgeschaltet werden. Also noch gute 5 Jahre, in denen die Bevölkerung das Risiko tragen soll. Deswegen fordert das Freisinger Bündnis für den Atomausstieg den schnellstmöglichen Atomausstieg. In Bayern laufen noch die letzten beiden Siedewasser-Atomkraftwerke: Gundremmingen B und C. Block B wird laut Ausstiegsgesetz Ende dieses Jahres vom Netz gehen. Bock C dagegen soll – obwohl der Bau genau wie bei Block B 1976 begonnen wurde – noch weitere 4 Jahre bis Ende 2021 weiter betrieben werden. Das Freisinger Bündnis für den Atomausstieg fordert: Block C muss gemeinsam mit Block B in diesem Jahr abgeschaltet werden. Dies ist aufgrund des enormen Stromüberschusses, der in Deutschland in den letzten Jahren produziert wurde, leicht möglich.

Verantwortung übernehmen

Schlussendlich geht es in der Energieversorgung um die unbequeme Wahrheit, dass wir für unser Tun die Verantwortung übernehmen müssen:
Jeder Reaktor kann jederzeit durch ein technisches oder ein menschliches Versagen außer Kontrolle geraten – und schon ist Fukushima in Deutschland, in Frankreich, in Belgien oder in Tschechien.
Dasselbe gilt für unser unfassbar egoistisches Verbrennen von Kohle, Öl und Gas. Jeden Tag verbrennen wir die Menge, die in einer Million Jahren entstanden ist. Gleichzeitig entsorgen wir den Abfall (CO2) in die Atmosphäre und hinterlassen ihn wie den Atommüll unseren Nachkommen. Das ist egoistisch und verantwortungslos.
Ein Ende dieser „Verbrennung der Lebensgrundlage der Menschheit“ kann nur der schnelle Umstieg auf die Erneuerbaren Energien bringen. Dies fordert unser Bündnis für den Atomausstieg am Freitag – am sechsten Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima.

Dafür versammeln wir uns am kommenden Freitag, den 10. März um 19 Uhr am Marienplatz in Freising und mahnen den Atomausstieg und den Umstieg auf Erneuerbare Energien an.

Es sprechen:
- Jürgen Maguhn, Sprecher des Freisinger Bündnisses für den Atomausstieg, zum Thema: Fukushima 6 Jahre nach der Katastrophe
- Hanjo Klumpp zum Stand des Atomausstiegs in Deutschland

Dieser Artikel wurde eingestellt on Montag, März 6th, 2017 at 16:35 and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can skip to the end and leave a response. Pinging is currently not allowed.

Kommentieren