Tschernobyl-Mahnwache am 24.4.2017 um 19:00 Uhr am Marienplatz

Einladung:

Tschernobyl-Mahnwache am Montag, 19:00 Uhr, Marienplatz Freising (24.4.2017)

In dieser Woche jährt sich die Katastrophe von Fukushima zum einunddreizigsten Mal. 31 Jahre nach dem laut der Atomindustrie unmöglichen Supergau sitzt der Schock der Bevölkerung in Deutschland tief. Damals passierte das Unmögliche, denn die deutsche Bevölkerung wurde nicht gewarnt, bzw. erst nachdem die radioaktive Wolke schon in Deutschland gewesen war und sich auch hier in Süddeutschland abgeregnet hatte. Informiert wurde erst nach dem Unfall und da auch nur häppchenweise und in großen Teilen Falsch wider besseren Wissens. Die Radioaktivität wurde als nicht gefährlich heruntergespielt. Erst nach und nach wurden die Warnungen dringender: Kinder durften nicht mehr auf den Spielplatz, Salat aus dem eigenen Garten sollte nicht mehr gegessen werden, Milch sollte nicht mehr getrunken werden, Sand auf Spielplätzen wurde ausgetauscht, Pilze und Wild sollte nicht mehr verzehrt werden.

Mehr als eine Generation später laufen in Deutschland immer noch 8 Atomkraftwerke. Auch Wildschweine und Pilze aus dem Wald sind in einigen Regionen in Süddeutschland immer noch weit über dem zulässigen Grenzwert belastet und müssen entsorgt werden.

Wir – das Freisinger Bündnis für den Atomausstieg – wollen am 31. Jahrestag von Tschernobyl den zehntausenden von Opfern gedenken, die unfreiwillig der Atomkraft damals geopfert wurden. Wir wollen auf die Unverantwortbarkeit von Atomkraft hinweisen. Auch in Deutschland soll der Atomausstieg erst in fünfeinhalb Jahren beendet sein. Jeder Tag ist ein Tag zu viel. Jeden Tag kann auch hier das unvorstellbare passieren. Insbesondere da viele unserer Atomkraftwerke nur laufen um irrsinnige Mengen an Stromüberschüssen zu produzieren und auf dem europäischen Strommarkt zu verkaufen. Die Überschüsse sind so hoch wie niemals zuvor ist. Letztes Jahr waren es rund 10% des Verbrauchs in Deutschland. Dies ist etwas mehr als 5 Atomreaktoren im Jahr erzeugen. Wir könnten also leicht viel schneller auf dieses hohe Risiko verzichten.

In Gundremmingen laufen die letzten beiden hochgefährlichen Siedewasserreaktoren – die dieselbe Bauart haben wie der havarierten Reaktoren in Fukushima. Keine 100 km von hier in Hauptwindrichtung entfernt. Ende diesen Jahres soll dann Block B abgeschaltet werden. Block C soll weiter in Betrieb bleiben und erst in vier Jahre später vom Netz gehen. In Anbetracht der immensen Stromüberschüsse ein Unding. Die Planungen für beide Reaktoren wurde in den 70er Jahren gemacht und sind ungefähr gleich alt. Diese Technik ist über 40 Jahre alt und muss dringend abgeschaltet werden.

Wir fordern den schnellen Umstieg auf Erneuerbare Energien. Das Pariser Klimaschutzabkommen vom letzten Jahr verpflichtet uns unsere gesamten CO2-Emmissionen innerhalb der nächsten 20 Jahre bis 2035 zu beenden. Nur so können wir uns, unserer Umwelt und unseren Nachfahren noch eine belebbare Welt mit max. 2° C Temperaturerhöhung erhalten.

Wir fordern die Bundesregierung deshalb auf, die Nutzung der Erneuerbaren Energien nicht jedes Jahr weiter abzubremsen, sondern endlich die Energiewirtschaft aktiv auf Erneuerbare Energien umzugestalten. Nur so können wir unsere Verantwortung für die Erde übernehmen.

Dafür versammeln wir uns am Montag, den 24. April um 19 Uhr am Marienplatz in Freising und mahnen den Atomausstieg und den Umstieg auf Erneuerbare Energien an. Weitere Infos zur Energiewende im Landkreis Freising stehen unter q.bayern.de/ee. Dort ist auch die neueste Broschüre “Strom aus Erneuerbaren Energien 2017 im Landkreis Freising” zu finden. Hier wird ein Weg für Deutschland und den Landkreis aufgezeigt die Energiewende noch rechtzeitig zu erreichen.

Es sprechen:
- Dr. Reinhold Reck “Menetekel Tschernobyl – Warum wir unsere Lebens- und Wirtschaftsweise grundlegend verändern müssen”
- Andreas Henze, Sprecher des Freisinger Bündnisses für den Atomausstieg: “Wie die Energiewende in den nächsten 20 Jahren gelingen kann”

Musikalisch begleitet wird die Mahnwache vom Goldberg-Projekt light.

Dieser Artikel wurde eingestellt on Donnerstag, April 13th, 2017 at 10:48 and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can skip to the end and leave a response. Pinging is currently not allowed.

Kommentieren