Tschernobyl-Mahnwache am kommenden Montag 25.4.2016, 19:00 Uhr, Marienplatz Freising

Einladung:

Tschernobyl-Mahnwache am kommenden Montag, 19:00 Uhr, Marienplatz Freising (25.4.2016)

In dieser Woche jährt sich die Katastrophe von Fukushima zum dreizigsten Mal. 30 Jahre nach dem laut der Atomindustrie unmöglichen Supergau sitzt der Schock der Bevölkerung in Deutschland tief. Damals passierte das Unmögliche, denn die deutsche Bevölkerung wurde nicht gewarnt, bzw. erst nachdem die radioaktive Wolke schon in Deutschland gewesen war und sich auch hier in Süddeutschland abgeregnet hatte. Informiert wurde erst nach dem Unfall und da auch nur häppchenweise und in großen Teilen Falsch wider besseren Wissens. Die Radioaktivität wurde als nicht gefährlich heruntergespielt. Erst nach und nach wurden die Warnungen dringender: Kinder durften nicht mehr auf den Spielplatz, Salat aus dem eigenen Garten sollte nicht mehr gegessen werden, Milch sollte nicht mehr getrunken werden, Sand auf Spielplätzen wurde ausgetauscht, Pilze und Wild sollte nicht mehr verzehrt werden.

Mehr als eine Generation später laufen in Deutschland immer noch 8 Atomkraftwerke. Auch Wildschweine und Pilze aus dem Wald sind in einigen Regionen in Süddeutschland immer noch weit über dem zulässigen Grenzwert belastet und müssen entsorgt werden.

Erstmals fordert die deutsche Bundesregierung (Umweltministerin Hendriks) allerdings offiziell ein Nachbarland auf seine zwei Atomkraftwerke nicht wieder anzufahren, solange nicht auch von deutschen Behörden die Sicherheit „bewiesen“ ist. Denn in Belgien stehen zwei Atomkraftwerke mit zigtausenden von Rissen und Lufteinschlüssen in dem Reaktordruckbehälter. Dieser trennt die unter sehr hohem Druck ablaufende Kernreaktion im inneren von der Außenwelt ab. Sollte der Behälter versagen, so ist eine Kernschmelze vorprogrammiert. Deutschland mischt sich also in die „inneren Angelegenheiten“ unserer Nachbarn Belgien ein und provoziert damit äußerst empfindliche Reaktionen seitens Belgiens, da Deutschland ein Anfahren für unverantwortlich hält. Tihange 2 ist in etwa 70 km westlich von Deutschland (Aachen) gelegen. Die Hauptwindrichtung ist Westwind. Doel 3 ist etwas weiter weg. Aber das spielt keine Rolle, wie wir heute 30 Jahre nach Tschernobyl wissen.

Wir – das Freisinger Bündnis für den Atomausstieg – wollen am 30. Jahrestag von Tschernobyl den zehntausenden von Opfern gedenken, die unfreiwillig der Atomkraft damals geopfert wurden. Wir wollen auf die Unverantwortbarkeit von Atomkraft hinweisen. Auch in Deutschland soll der Atomausstieg erst in sechseinhalb Jahren beendet sein. Jeder Tag ist ein Tag zu viel. Jeden Tag kann auch hier das unvorstellbare passieren. Insbesondere da unsere Stromüberschuss so hoch wie niemals zuvor ist. Letztes Jahr waren es rund 10% des Verbrauchs in Deutschland. Dies ist etwas mehr als 5 Atomreaktoren im Jahr erzeugen. Wir könnten also leicht viel schneller auf dieses hohe Risiko verzichten. In Gundremmingen laufen die letzten beiden hochgefährlichen Siedewasserreaktoren – die dieselbe Bauart haben wir die havarierten Reaktoren in Fukushima. Keine 100 km von hier in Hauptwindrichtung entfernt.

Wir fordern den schnellen Umstieg auf Erneuerbare Energien. Das Pariser Klimaschutzabkommen vom letzten Jahr verpflichtet uns unsere gesamten CO2-Emmissionen innerhalb der nächsten 20 Jahre bis 2035 zu beenden. Nur so können wir uns, unserer Umwelt und unseren Nachfahren noch eine belebbare Welt mit max. 2° C Temperaturerhöhung erhalten.

Wir fordern die Bundesregierung deshalb auf, die Nutzung der Erneuerbaren Energien nicht jedes Jahr weiter abzubremsen, sondern endlich die Energiewirtschaft aktiv auf Erneuerbare Energien umzugestalten. Nur so können wir unsere Verantwortung für die Erde übernehmen.

Dafür versammeln wir uns am kommenden Montag, den 25. April um 19 Uhr am Marienplatz in Freising und mahnen den Atomausstieg und den Umstieg auf Erneuerbare Energien an.

Es sprechen:
- Manfred Reuß und
- Andreas Henze, Sprecher des Freisinger Bündnisses für den Atomausstieg

Musikalisch begleitet wird die Mahnwache vom Saxophon-Quartet der Musikschule Freising.

Dieser Artikel wurde eingestellt on Freitag, April 22nd, 2016 at 08:44 and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can skip to the end and leave a response. Pinging is currently not allowed.

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